Brief eines Kriegsgefangenen[1]


”Dem schwedischen Feldlazarett. In Gottes Namen"


"Ich bin sehr unglücklich, dass ich Euch verlassen muß, aber das ist unser Schicksal. Es tut mir sehr leid, das ich Euch für Eure gute und heilige Pflege außer meinen schönsten Worten nichts geben kann.
Ich denke, dass diese schönen Worte nicht ausreichen, aber ich besitze nicht mehr als Worte. Entschuldigung!

Solange ich lebe werde ich mich an Eure Fürsorge erinnern. Es ist wie Kirchenglocken, die die ganze Zeit in meinen Gedanken läuten. Ein Gefühl, das ich weder bei meiner Familie oder meinem Land kannte....

Ich war sehr glücklich bei Ihnen, habe mich nicht wie ein Fremder gefühlt, obwohl ich ein Gefangener war, so weit weg von meiner Familie und meinem Land. Die unterschiedlichen Traditionen und die Sprachschwierigkeiten haben mich nicht daran gehindert glücklich zu sein und mich bei Euch sicher zu fühlen. Ich habe eine Menge über Eure Art, Eure menschliche Behandlung und das Gefühl der menschlichen Würde gelernt...
Wenn ich lebend zu meiner Familie zurückkehre - insh ` allah – werde ich eine Menge über Euch erzählen, allen Menschen in meinem Land , dass es Schweden gibt, die keinen Hass in sich haben. Denen es wichtig ist, Glück und Freude zu teilen.
Ich werde mich an Euch alle, Euer Lächeln und Lachen, erinnern. Ich werde Euch alle vermissen .
            
                              Ein verwundeter Mann , der Euch liebt."

[1] Der Brief findet sich im Buch "Desert Blues", ein Buch über das schwedische Feldlazarett in Saudi-Arabien (1991 Niklas Ekdal und Jonas Ekströmer).

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